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Vor einigen Tagen war auch Dorfbernd (23) auf einer dieser unsäglichen Feierlichkeiten mit Feuer und allem Pipapo. Etwas abseits des Gedränges, ich war gerade austreten, begegnete mir plötzlich die 11jährige Schwester einer Freundin. Wir hatten uns nie wirklich unterhalten, vielleicht mal gegrüßt, ich wusste noch nicht einmal ihren Namen und nun lief sie mir entgegen. Besser schwankte. Bernd machte sich natürlich Sorgen, es war dunkel, das Gebüsch war nah, und niemand zu sehen, der hätte eingreifen können. Ich stellte mich ihr in den Weg, kniete mich hin und umfasste mit meinen beiden Armen ihre Schultern. „Hallo Schwester von J., geht's dir nicht gut?“ Der Duft von Alkohol und kaltem Zigarettenrauch wallte mir entgegen, als sie dicht vor meinem Gesicht, fast unverständlich lallend, von sich gab, dass sie auf dem Weg nach Hause sei. Bernd, durch seine Dienste als weißer Ritter im Zwischennetz geschult, verlautbarte sogleich, dass er das unschuldige Kind nicht alleine würde gehen lassen, es sei schließlich dunkel und gefährlich und er müsse darauf bestehen sie zur Heimstätte zu geleiten. Einverständnis wurde signalisiert und ich umfasste sie sogleich mit meinem rechten Arm, drückte ihren warmen kleinen Körper in meine Seite und ging so etwa 15 Minuten neben ihr her. Vor der Türe angelangt hatte sie enormen Probleme diese zu öffnen, so dass ich es erledigen musste. Natürlich konnte ich sie jetzt nicht alleine die Treppen hinauf schicken, es bestand Gefahr für Leib und Leben!
Nun sei kurz folgender Exkurs zu Wohnsituation der Familie angemerkt (um mein Handeln besser zu verstehen): Mutter und Vater leben in der 4. Etage, Tochter 1 und Tochter 2 hingegen in der 3. Ich musste also wohl oder übel mit hinauf, um erstens den gefahrlosen Aufstieg sicherzustellen und zweitens die höher gelegene Türe zu öffnen.
Oben angekommen marschierten wir, an dem mir wohl bekannten Zimmer ihrer 2 Jahre älteren Schwester vorbei, schnurstracks in ihr Kinderzimmer. Sie hatte einen Hamsterkäfig am Boden stehen, die Wände mit Bildern beklebt, die von fragwürdigen Musikgeschmack zeugten, und selbstverständlich war ihre Bettwäsche rosa. Unordentlich zwar, aber sonst nichts wirklich überraschendes. Ein Standardzimmer wie man es millionenfach antreffen kann. Ich fragte sie, ob ich noch etwas bleiben könne, um mich auszuruhen, der beschwerliche Aufstieg mache mir etwas zu schaffen. Sie hatte nichts dagegen und so legte ich mich auf ihr Bettchen. Die ältere Schwester erzählte einst, dass das jüngere Geschwisterkind jeden Abend eine bestimmte Hörspielkassette vom Medienkonzern Disney zum einschlafen höre, und so wunderte es mich nicht, als plötzlich ein Sprecher „Das Dschungelbuch“ ankündigte. Ich blickte wohl wissend hinüber und schenkte ihr ein kennendes Lächeln, da entledigte sie plötzlich eines Großteils ihrer Kleidungsstücke und stand nur noch in Höschen und Hemd vor mir. Ihr Blick war getrübt und ich war mir nicht wirklich sicher, ob sie mich überhaupt noch wahrnahm. Sie ging ums Bett herum, legte sich hinein und schmiegte sich an mich. Etwa 5 Minuten später vernahm ich ein regelmäßiges Atmen neben mir. Ich stand auf, stellte das Hörspiel ab und verließ ihr Zimmer ohne noch einmal zurückzublicken. Zum Glück begegnete mir niemand auf dem Weg hinab.


TL; DR: Wann hast du dich das letzte mal gegen »das Böse« in dir entschieden, Bernd?