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1. Nekrophile können nichts für ihre Neigung. Es ist daher falsch, sie schon mal generell hinter Gittern sehen zu wollen, nur weil sie eben nekrophil sind. Und eine Art "verpflichtender Therapie" darf es für sie auch nicht geben, schließlich haben sie sich ja noch nie was zu Schulden kommen lassen. Eine Therapie auf freiwilliger Basis ist jedoch sicherlich nicht falsch.

2. Nekrophile sind nicht automatisch Leichenschänder. Der Nekrophile ist derjenige, der die entsprechende Neigung hat, der Leichenschänder der, der diese Neigung in der Realität auslebt.

3. Auch Leichenschänder können nichts für ihre Neigung. Natürlich sind sie Schuld, wenn sie sich selbst nicht unter Kontrolle haben, aber selbst dann haben sie nicht die Todesstrafe verdient. Eine missbrauchte Leiche hat in der Regel eine ganz normale Verwesung vor sich. Ich denke, dass die Folgen, Opfer eines Unfalls zu werden, möglicherweise sogar schwerer wiegen, als die Folgen, als Leiche missbraucht worden zu sein. Und Verkehrssünder hängt man ja auch nicht einfach an einem Baum auf. Daher gehören Leichenschänder einerseits hinter Gitter (wegen ihres Verbrechens) und andererseits therapiert (wegen ihrer Neigung).

4. Leute, die gegen Nekrophile hetzen, entstammen meist der Unterschicht. Was sagt uns das über die durchschnittliche Intelligenz eines Menschen, der die "Todesstrafe für Leichenschänder" fordert?

5. Leute, die gegen Nekrophile hetzen, haben entweder selbst gar keine toten Verwandten, oder sie haben welche, behandeln sie aber wie Dreck, weil sie ihren toten Eltern aufgrund ihres Unterschichtendaseins kein schönes Begräbnis ermöglichen können. Die Verwandten saufen, erscheinen nicht zur Begräbniszeremonie und vernachlässigen das Grab. Vielleicht alle paar Jahre mal ein Blumenstrauß und traurig spielen, wenn der Todestag näherrückt, aber mal eine Rundumerneuerung oder gar eine Verlängerung des Friedhofsvertrages ist kaum zu erträumen, weil die Verwandten einerseits kein Geld haben, andererseits keine Zeit, weil sie den ganzen Tag nur vor der Glotze hängen. Wäre ich eine Leiche, wäre es mir lieber, eine "Nicht-Unterschichtenfamilie" aufgezogen zu haben, aber missbraucht worden zu sein, als dass ich noch nie missbraucht wurde, aber eine Unterschichtenfamilie aufziehen muss, deren Oberhäupter (meine Kinder) statt zu saufen und zu streiten nichts auf die Reihe bekommen und dann mein Grab verwahrlosen lassen.